Strukturtheoretische Aspekte reflexiver Praxis im professionellen Lehrerinnen- und Lehrerhandeln

Autor/innen

  • Verena Hainschink PHDL

DOI:

https://doi.org/10.17883/pa-ho-2024-01-14

Schlagworte:

Strukturtheoretischer Professionsansatz, Antinomien, Arbeitsbündnis, dekonstruktive Kasuistik, Reflexionskonzept

Abstract

Aus professionstheoretischer Perspektive ist der Lehrberuf konstitutiv mit Reflexion verknüpft, um der Vielzahl an Herausforderungen begegnen zu können. Dafür braucht es in der Ausbildung die Vermittlung von theoretischen Grundlagen und Reflexionstechniken sowie geeignete Formate, in denen Fälle aus der Praxis theoretisch angeleitet reflexiv bearbeitet werden können. Ziel einer solchen Relationierung von Theorie und Praxis ist die Förderung der Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten und die Entwicklung einer forschenden Haltung. Dieser Beitrag fokussiert auf fach- und themenunspezifische Handlungsprobleme, die das pädagogische Handeln von Lehrpersonen strukturieren und kasuistisch bearbeitet werden können. Als theoretische Grundlage wird der Professionsbegriff aus Sicht des strukturtheoretischen Ansatzes dargestellt und damit die Notwendigkeit der Reflexionsfähigkeit begründet. Darauf bezugnehmend werden zwei Aspekte für eine professionelle reflexive Praxis generiert, die für die Rahmung eines Reflexionsprozesses von Praktiker:innen als Folien dienen können. Es sind dies zum einen die konstitutiven Antinomien im Lehrer:innenhandeln und zum anderen die Arbeitsbündnisse zwischen Lehrperson und Lernern, welche aus strukturtheoretischer Sicht hergeleitet werden. Anschließend werden ein Definitionsvorschlag von professioneller Reflexion und das dekonstruktive Reflexionsmodell vorgestellt. Als zentrales Element professioneller Qualifikation soll theoriegeleitete Reflexion schulpraktische Erfahrungen mit einem strukturierten Reflexionsmodell analysieren, mit dem Ziel, viable Handlungsalternativen zu explizieren. Im abschließenden Beispiel einer schulpraktischen Reflexion wird der Fall einer Studentin kasuistisch aufgerollt und aus strukturtheoretischer Sicht die im Fall immanenten Verstrickungen in Antinomien und problematische Arbeitsbündnisse herausgearbeitet. Eine solche reflexive Begegnung problematischer Lehrer:innen-Schüler:innen-Beziehungen eignet sich in besonderem Maße für die Herausbildung eines pädagogischen Habitus.

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Veröffentlicht

2024-06-12