Editorial

  • Emmerich Boxhofer
  • Martin Kramer

Abstract

Die vorliegende Ausgabe des Journals spannt einen weiten Bogen über unterschiedliche Themenbereiche, im Bewusstsein, dass in der Pädagogik eine Reduzierung der Komplexität nicht funktionieren kann – im Gegenteil nehmen komplexe Beziehungen von Einflussfaktoren in der Bildung zu. Ab und an herrscht die Angst vor einem multiplen Thesenversagen der Pädagogik. Hier setzen wir einen Kontrapunkt und heben die Bedeutung einer wissenschaftlichen Influenz auf das Handeln von Lehrerinnen und Lehrern hervor. In unserer volatilen Welt scheinen Erwartungen nicht mehr von Erfahrungen beeinflusst zu werden, die Flucht in einfache Lösungen kann daher nicht gelingen. Forschung kann auch am Rande der Ungewissheit wachsen, da Gewissheit immer nur provisorisch ist (Nowotny, 2015). In seinem Vortrag beim Zukunftssymposium 2018 in Linz sprach Rödder in diesem Zusammenhang von einer neuen Aufklärung in der Wissenschaft und betonte das Serendipity-Prinzip als eine Haltung der Offenheit, bei der auch zufällige Ergebnisse durch eine Multigrafie der Forschung von Bedeutung sind (Rödder, 2018). Die Quintessenz einer Sache erlernen wir nur, wenn wir uns der Unterschiede zu anderen Dingen bewusst sind (Mun Ling Lo, 2015).

Einerseits werden hier Kreativitätsprozesse in fachwissenschaftlichen und erziehungswissenschaftlichen Beiträgen thematisiert (forschendes Lernen in Physik und kreativitätsgestütztes Heldenprinzip), andererseits wird die Bedeutung von Reflexionsprozessen für die Balancierung von Belastungen, aber auch die kollegiale Kooperation im Sinne der Neuen Autorität, behandelt. Der Begriff „Wahrheit“ wird einerseits durch ein digitales Tool für geometrische Aussagen andererseits durch die Darstellung islamischer Quellen für einen religiösen Pluralismus beschrieben. Das scheint kühn zu sein, ist Wahrheit doch auch ein ästhetisches Konstrukt.

Veröffentlicht
2018-12-05
Rubrik
Editorial